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Freundeskreis Treff 90

Flensburg

Wir möchten denen helfen, die von einer Sucht Abstand nehmen möchten und dieses nicht alleine schaffen. Wir sind selbst Betroffene und wissen wie schwer es ist, von der Sucht zu kommen. Dabei hilft uns auch das

Leitbild der Freundeskreise:

1. Wir setzen auf persönliche Beziehungen
“Ein Freund ist ein Mensch, der mich annimmt, wertschätzt und versteht.”
“Auf Freunde kann ich mich jederzeit verlassen, und Freunde können auf mich zählen.”
Davon gingen die ehemaligen Patienten aus Fachkrankenhäusern der Diakonie aus,
als sie 1956 die ersten Freundeskreise gründeten und das ist auch heute noch das Programm der Freundeskreise.
Das Zusammensein ist geprägt von Freundschaften, von offenem Austausch und von gegenseitiger Unterstützung.
Persönliche Beziehung und Freundschaften werden als Grundlage für ein zufriedenes Leben ohne Suchtmittel angesehen.

2. Wir sehen den ganzen Menschen
Im Mittelpunkt von Freundeskreisarbeit steht der von Sucht betroffene Mensch. Freundeskreise haben hier eine ganzheitliche Sichtweise.
Es geht also nicht nur um die körperliche, sondern auch um eine seelische Gesundheit.
Dabei ist vor allem eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens zu finden. Freundeskreise wollen den Prozess der Sinnfindung unterstützen.
Christliche Grundwerte, insbesondere die Liebe zum Nächsten, sind dabei das Fundament.
Aus diesem Verständnis heraus, gehören die Freundeskreise zur Diakonie;
Freundeskreise sind jedoch offen für alle Konfessionen.

3. Wir begleiten Abhängige und Angehörige gleichermaßen
Nach wissenschaftlichem Erkenntnissen können Abhängige wie Angehörige
gleichermaßen - wenn auch anders - von Sucht betroffen sein.
Freundeskreise betrachten Sucht als Familienkrankheit.
Deshalb sind sie nicht nur für abhängige Menschen offen, sondern genauso auch für die ( Ehe ) Partner/innen, Kindern, persönliche Freunde und Arbeitskollegen von Suchtkranken oder Suchtmittelmissbrauchern.
Als Angehörige bekommen sie ebenso den Raum in der Gruppe, den sie für die Bearbeitung ihrer eigenen Probleme benötigen.
Vielerorts gibt es auch spezifische, zielgruppenorientierte Gruppenangebote.

4. Wir verstehen uns als Selbsthilfegruppen
Selbsthilfe kennzeichnet: Selbstbestimmung, Eigenverantwortung, Gleichberechtigung und Freiwilligkeit.
 Menschen kommen in Selbsthilfegruppen, weil sie am Ende sind und ihre Probleme mit Suchtmitteln nicht mehr allein bewältigen können.
Die Erfahrungen der anderen Betroffenen machen Mut und können einen Umdenkungsprozess in Gang setzen. Neue und andere Möglichkeiten, das eigene Leben zu gestalten, eröffnen sich.
 Das betrifft insbesondere auch den Umgang mit Konflikten. Somit können Menschen in der Selbsthilfe persönlich reifen und sich weiter entwickeln.
 In den Selbsthilfegruppen der Freundeskreise gibt es keine Hierarchien, keine Statuten oder schriftliche Verpflichtungen. Einzig die selbst auferlegte Verpflichtung, über Inhalte des Gruppengesprächs nach außen zu schweigen, ist notwendig, damit das Gespräch in der Gruppe funktionieren kann.

5. Wir begleiten in eine zufriedene Abstinenz
 Suchtkrankheit kann nur dann zum Stillstand kommen, wenn der Suchtmittelkonsum eingestellt wird. Ein abhängiger Mensch ist nicht in der Lage, dauerhaft den Suchtmittelkonsum zu steuern oder zu kontrollieren.
 Den Entschluss zur Suchtmittelabstinenz trifft jedes Freundeskreismitglied selbstbewusst und eigenverantwortlich.
 Die Gruppe begleitet den Prozess zur Entscheidungsfindung als solidarische Gemeinschaft und unterstützt in Krisensituationen.
 Für die Gesellschaft fordern Freundeskreise kein generelles Verbot von Suchtmitteln, unterstützen aber Maßnahmen zu Beschränkungen, z.B. von Zugangsmöglichkeiten.
 Durch Informationen, Öffentlichkeitsarbeit, Prävention und Prophylaxe setzen sie sich für einen bewussten Umgang mit Suchtmitteln ein und tragen nach außen, dass ein Leben ohne Suchtstoffe lebenswert ist.

6. Wir sind für alle Suchtformen offen
Freundeskreise sprechen mit ihrer Gruppenarbeit in erster Linie Menschen mit einer Alkohol- und/oder Medikamentenproblematik an.
 Die Gruppen sind offen für andere Süchte, wie z.B. Spielsucht und Essstörungen.
 Auch Menschen mit einer Abhängigkeit von illegalen Drogen sind willkommen.
 Freundeskreise bemühen sich um Offenheit, denn sie wollen gerade auch junge Menschen ansprechen, die oftmals nicht nur von einem Suchtmittel abhängig sind.
 Freundeskreise bieten Hilfe zur Gruppengründung an, um Abhängige von anderen Süchten zu unterstützen.

7. Wir leisten ehrenamtliche Hilfe
 Menschen in den Freundeskreisen können nach einer gewissen Zeit der Reifung zu aktiven Mitarbeiter/innen in der Sucht-Selbsthilfe werden. Sie geben dann ihre persönlichen Erfahrungen an Interessierte weiter und informieren über Suchterkrankungen in Schulen, Konfirmandengruppen, Betrieben etc.
 Dies geschieht immer ehrenamtlich und unentgeltlich. Mit diesem bürgerschaftlichen Engagement leisten die Mitglieder der Freundeskreise einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag und tragen zu Einsparungen im Gesundheitswesen bei.
 Die Übernahme von Aufgaben bringt jedoch auch finanzielle Belastungen mit sich und ist kaum ohne ideelle und materielle Unterstützung durchzuführen. Die Annahme von öffentlichen Geldern bringt Sachzwänge mit sich, die die Struktur einer Selbsthilfegruppe beeinflussen und auch gefährden können.
 Freundeskreise sind sich dieser Gefahr bewusst. Der unbestrittene Grundsatz der Hilfe zur Selbsthilfe steht dabei immer an erster Stelle.


8. Wir arbeiten im Verbund der Suchtkrankenhilfe
 
Das Angebot der Freundeskreise umfasst Beratung und Betreuung im Sinne von Selbsthilfe, Motivationsarbeit, die Durchführung von Gruppenabenden, von Hausbesuchen und die Begleitung der Suchtkranken und Angehörigen zu Beratungsstellen, Fachkliniken, Behörden etc.
 Allein durch den Anschluss an eine Freundeskreisgruppe finden immer mehr Suchtkranke und Suchtmittelmissbraucher den Weg zur abstinenten Lebensgestaltung.
 Freundeskreise arbeiten im Behandlungsverbund der Suchtkrankenhilfe partnerschaftlich mit anderen Institutionen zusammen, insbesondere mit Beratungsstellen und Fachkliniken. Sie verstehen sich als verlässliche Säulen des therapeutischen Verbundes.Haupt- und Ehrenamtliche könne sich so vor Ort optimal ergänzen.


9. Wir sind Freundeskreise
 Freundeskreis bedeutet: „Ein Kreis von Freunden“.
 Im Laufe ihrer Entwicklungsgeschichte haben sich Freundeskreise organisiert und Strukturen geschaffen. Sie haben Landesverbände und schließlich den Bundesverband gegründet.
 Über die Gemeinschaft wissen sich die Mitglieder als Freunde verbunden.
 Ein Netzwerk der persönlichen Hilfe ist entstanden.
 Diese gewachsenen Organisationsstrukturen werden von allen Mitgliedern mitgetragen und anerkannt. Deshalb leisten Freundeskreis-Mitglieder auch ihren finanziellen Beitrag zur Gemeinschaft.
 Die Präsentation der Gemeinschaft in der Öffentlichkeit erfolgt durch Wort- und Bildmarke des Freundeskreis-Logos.
 Freundeskreise sind keine anonymen Gruppen. Die Gruppenbegleiter sind namentlich als Ansprechpartner bekannt.